Bora Bora

Bereits um 2 Uhr in der früh klopfte Bora, der hiesige starke Wind, an die Tür. Mit schlafwandlerischer Sicherheit rollten wir die Marquise ein, machten alles sturmsicher und legten uns wieder hin.

Auf eine stürmische Nacht, der Hymer war fast ganz mit Nadeln zugedeckt, folgte ein windiger Tag. Da es nach wie vor sehr heiss war, entschieden wir uns gegen eine Wanderung durch die Winnetou Schluchten (Park Paklenica), um stattdessen gemütlich der Küste entlang nach Slowenien zu tuckern. Unterwegs verabschiedeten wir uns an einer wunderschönen Stelle mit klarem Meer und schroffen Steinen. Aus einem letzten Bad wurde allerdings nichts, denn dazu waren die Wellen wegen dem Wind zu unberechenbar. Wenigstens konnten wir ein letztes Mal unsere Füsse und unser „Füdli“ im Salzwasser schwenken.

An der Grenze zu Slowenien standen wir als Slowenien-Banausen da, indem wir unsere Kunas in Slowenische Tollars wechseln wollten (so stehts in unserem Reiseführer von 2004). Tja, mittlerweile gibts aber hier auch den Euro.

Da der von uns auserkorene Camping revidiert wird, nächtigten wir zusammen mit vielen Brummis und anderen Campern auf einer Raststätte nahe der Skocjanske jame (St. Kanzian Höhlen). Gegessen haben wir im Hymer: Frisches Brot, Thon-Joghurt Paste (das Joghurt hiess Mu), Grüner Salat und Weisse Bohnen aus der Dose. Mmh fein!

 


Da waren’s nur noch zwei

Hui, das war ein langer Tag. Bereits um 5.45 Uhr (3 Stunden Schlaf) schellte Rheas Handy, worauf wir schlaftrunken Rhea zum Check-in begleiteten. Hungrig stürzten wir uns ins Flughafen Restaurant, doch leider war das Angebot nicht so überzeugend, und so beliessen wir es beim Kafi.

Danach dezimierte sich die „Liga der Hymerfahrenden“ um eine weitere Person (welche nun wieder zur einsamen Radfahrerin wird). Wir sind sehr traurig, mit Rhea eine ausgesprochen tapfere Mitstreiterin verloren zu haben. Wir umarmen dich wärmend, … ja heizend!

Flo und Adi (und der Hymer natürlich) machten sich darauf auf nach Split, wo uns ein Splitter viel zu erzählen hatte. Anschliessend freuten wir uns über ein ausgedehntes Frühstück in einem schicken Restaurant mitten in der Altstadt.

Splits Gassen und der Diokletianspalast waren wunderschön und äusserst Sehenswert. Besonders gefallen hat uns, dass der Stadtkern sich nicht zu einem Museum entwickelt hat, sondern nach wie vor bewohnt und lebendig ist.

Mutig erklommen wir den Glockenturm des Mausoleums um die Aussicht auf die ganze Stadt geniessen zu können. Und Mut brauchte es wirklich: Zuerst ging man eine enge Treppe tunnelartig hoch (dieselbe auch wieder runter) um dann eine rostige Treppe mit kaum Sicherungen auf den Seiten, welche sehr abgelaufen und deshalb rutschig war, bis hinauf zur Plattform zu besteigen. Flo wurden die Knie etwas weich, und sie war froh, als wir wieder unten ankamen.

Zum Pfuse suchten wir uns nach der Stadtbesichtigung einen Camping nordwärts in der Nähe des Nationalparkes Paklenica, wo wir uns direkt ins wellige Meer stürzten. Dann hauten wir uns müde aufs Ohr und liessen uns von Watson, voller Bewunderung für Holmes, in den Schlaf betüdeln (Wh).

 

Nachtrag

Zu unserer Überraschung hat die Parkgebühr für die ganze Nacht auf dem Flughafen Parkplatz nur 26 Kuna (ca. 5.20 CHF) gekostet.

 


Dubrovnik

Auf eine tüppige Nacht folgte ein heisser Morgen. Das Abwaschen (in der Morgensonne) wurde zur Qual. Hier müssten einige Superlative betreffend Hitze folgen, doch wir begnügen uns beim „müssten“.

Danach fuhren wir an den Hafen von Dubrovnik, um bequem von dort mit dem Bus zur Altstadt zu gelangen. Ein Bus für 120 Personen gefüllt mit gefühlten 180 und das ganze bei sicher gegen 38 Grad Celsius war für uns bestimmt. Eine fahrbare Gruppen-Sauna für 10 Kuna!

Dubrovnik war schön, doch leider vor allem bei unserer Ankunft von Touristen überlaufen (Kreuzfahrtschiffe kamen wohl gleichzeitig an). Die Stadtbesichtigung machte Hunger und so genehmigten wir uns eine Pizza, und Rhea kam so doch noch zu Meeresfrüchten. Sehr unterhaltsam war die illustre Gesellschaft einer irischen Hochzeit, welche teils etwas zu warm gekleidet war.

Dann starteten wir die lange Hymerfahrt entlang der Küste in Richtung Split Flughafen. Unterwegs entdeckten wir eine wunderschöne Bucht mit klarstem Wasser, welche nur durch eine Kletterpartie zu erreichen war. Es war herrlich!

Gekühlt und erfrischt fuhren wir anschliessend weiter und machten nur noch in Makarska einen dringend notwendigen Kava-Halt.

Da Rhea morgen früh nach Zürich fliegt, richteten wir uns auf dem Flughafen Parkplatz ein und schliefen müde und zufrieden (der Parkplatz Wächter war damit einverstanden) mit Hilfe von Holmes ein.

 


Auf in den heissen Süden

Wo wir bisher waren, war noch gar nichts in Sachen Temperatur. Auf der heutigen Fahrt nach Dubrovnik schwitzten wir bei 36 Grad Celsius (Aussentemperatur wohlverstanden). Doch alles der Reihe nach.

Genug geplegeret! Ein Schwumm im Meer, Frühstück und dann verliessen wir den traumhaften Camping, bereit für neue Abenteuer.

Die Strecke führte uns durch Dalmatien: Unendliche Wälder, Hügel die wie Berge wirken und kaum besiedeltes Land. Bei Ploce plotschten wir wieder auf die Küste und auf ein grosses Sumpfgebiet, wo zahlreiche Früchtestände entlang der Strasse ihre frischen Waren anpriesen. Weiter südlich wurden wir durch den Carina (Zoll) gewunken und für einen kurzen Abschnitt fuhren wir auf Bosnien Herzegowinas Boden.

Wieder zurück in Kroatien, vorbei an Muschelzuchtfeldern, fanden wir eine Bucht, um unsere völlig überhitzten und ausgeschwitzten Körper im kühlen Meer zu erfrischen und einen Happen zu essen. Das Meer ist hier so salzig, dass „s’tote Mannli“ ganz einfach klappte!

Schliesslich erreichten wir den Camping Kate, wo wir unkompliziert einchecken konnten und uns die Mücken überschwänglich begrüssten. Der Hymer stand mit Meersicht direkt neben einer schmucken kleinen Kapelle.

Ein Riesengeköchel mochten wir gar nicht mehr anzetteln, deshalb gab es ganz schlicht Insalata Caprese. Ausserdem versuchten wir uns mit einer gekauften Blätterteigspezialität, doch das Experiment ging gründlich in die Hose und wanderte flux in den Kübel. Die neue Salami kam leider nicht an die Alte ran, war aber okay.

Ab 21 Uhr setzte der Bora Wind ein, worauf wir froh waren, in den „hüumigen“ Hymer zu gehen und nicht in eines der umliegenden fast umgelegten Quetscha-Zelten. Wegen dem Wind öffneten wir die Fenster nur einen klitzekleinen Spalt, was uns eine Sauna bescherte. Puh, und wir hatten noch Schweiss übrig!

Von Holmes wissen wir nur noch, dass es um rote Haare ging. Unglaublich… mal schauen, ob wir morgen weiterkommen.

Aller guten Dinge sind drei

Der dritte Pleger-Tag begann mit einem erfrischenden Bad im Meer, ausser für Adi, der den Frauen das Zmorgen vorbereitete. Danach machten wir einen Tag nichts… fast nichts: Lesen, Schlafen, Glace schlecken, Wasserschlachten ausfechten und sünnelen.

Am Abend, pünktlich zum Sonnenuntergang, kochten wir Minifazzoletti an einer köstlichen Pepperoni Rahmsauce und dazu einen knackigen Rüebli-Mais Salat. Fein!

Während Rhea und Adi danach waghalsig in die schwarze See sprangen, ohne zu wissen, wo all die hungrigen Haie und andere Monster lauerten, zählte Flo die Sternschnuppen.

Wie üblich diskutierten Watson und Holmes bis wir schliefen…

Plegere Tag 2

Nach dem Erwachen begrüsste uns heute schon das azzurblaue Meer. Flo und Adi machten sich nach dem Frühstück auf in das nächstgelegene Einkaufszentrum, um sich mit überlebensnotwendigen Vorräten einzudecken: Zwei Luftmatratzen und ein giftgrüner Schwimmring. Rhea sass sich derweil ihre Füsse in den Bauch und verteidigte wacker unseren Platz unter den Pinien. Sie getraute sich nur einmal mutig aufs Klo. Alles verlief Bestens!

Danach gings auf der schnellsten Route (ein paar Schritte) ins Meer mit den lang ersehnten Spielsachen. Sogar Adi, der bis anhin ebendiese Spasssteigerungsobjekte vollends verneinte, schnappte sich den grünen Schwimmreif und war nicht mehr zu halten. Rhea hätte Erfinderin werden sollen, denn sie benutzte die Gurkensalatschüssel als Taucherbrille, um die Seegurken und anderes Getier auf dem Meeresgrund zu betrachten. (Und womit sie sich unter den Profischnorchlern zum allgemeinen Gespött machte.)

Übrigens: Auch kulinarisch macht der Camping etwas her: Salz aus dem Meer, Rosmarin von den Hecken, Pinienkerne von den Bäumen und Oliven vom Strauch neben dem Hymermobil.

Zum z’Nacht wurde wieder mal der Grill angeworfen. Der magnifike Grillmeister verwöhnte uns mit Cevapcici und Gemüse; währenddessen fabrizierten die zwei Küchenschaben/-feen ein Couscous mit Dattelstückchen, gerösteten Cashewnüssen und Limettenzesten und -saft. Und Rheas Taucherbrille enthielt wieder feinen Gurkensalat. Mjam!

Holmes hatte heute Abend eine neue Stimme. Mehr wissen wir allerdings nicht …

 


Baden und Ausspannen

Heute sind wir ganz früh losgezischt und dann bis zur Verzweiflung hinter einem Brotverkaufswagen hergestottert. Dieser lies sich in keiner Weise von der wachsenden Autokolonne aus der Ruhe bringen und verkaufte in aller Seelenruhe seine Brötchen. Adi kurvte gekonnt durch die engen Gässchen und dann eroberten wir uns den fast schönsten Platz auf dem aller schönsten Camping der Welt (Nahe Sibenik). Der Hymer steht keine zwanzig Schritte vom Meer entfernt unter schattenspendenden Pinien. Als Erstes genossen wir ein grossartiges, ausgedehntes Frühstück mit Monikabrötli aus schmackhaftem Brot und danach lockte das kühle Meer. „Zufällig“ entdeckte Adi eine seltsame Tätowierung auf Flo’s Bikinifüdli. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Auszug aus der Abrechnung handelte, in die sich Flo versehentlich und nicht ganz trocken gesetzt hatte. Unser Geköch war auch dieses Mal von Erfolg gekrönt. Wir schlemmten bei Sonnenuntergang grünes Thai Curry mit vorzüglichem Reis.

PS: Adi hat sich heute die Fingernägel geknipst und Rhea leistete sich keinen Faux-Pas.

 


Skradinski buk

Aufgewacht, Kava an der Raststätte getrunken und weiter gings durch landschaftlich sehr reizvolle Gebiete.

Nächste Station war die Stradinski Buk mit ihren vielen Slaps, die man nach 20-minütiger Schifffahrt erreichte. Halb ausgehungert stürzten wir uns erstmal auf unser Picknick, das aus Brot, altem Käse und einheimischer Salami (köstlich!) bestand. Mit vollem Magen entwischten wir der badenden Touristenmasse und fanden einen sogenannten Lehrpfad durch das idyllische Naturschutzgebiet. Allerdings war es zu heiss zum Lernen, lieber spekulierten wir, wo Winnetou, Old Shatterhand und Kleine Feder überall gelustwandelt und gebadet hatten.

Um unsere Vorräte aufzustocken, suchten wir das „Konzum“ auf, ein Pendant zu unserem Konsum. Die Auswahl war wie daheim. Es gab, was das Herz begehrte, selbst das Brot sah vollwertig aus (und war es auch, wie wir später feststellen sollten).

Nun hiess es, ein schniekes Plätzchen für unseren Hymer zu finden. Das Angebot war gross, die Zufahrten dafür umso kleiner. Da unser Wunschcamping bereits besetzt war, erkämpften wir uns an einem steilen Hang einen Stellplatz mit Meerblick. Nun waren wir wahrlich im Süden angekommen. Das zeigt uns nebst der Hitze auch die Flora und Fauna, etwa die unermüdlich zirpenden Zikaden bei konstanten 60 Dezibel. Oder unser schnarchender Wohnmobilnachbar bei bis zu 90 db.

Unser Plan für morgen besteht darin, uns einen Platz an unserem besagten Wunschcamping zu ergattern. Ob wir das schaffen oder nicht … Fortsetzung folgt, lesen Sie morgen weiter.

 


Zagreb

Das Frühstück (ausser dem zuckerwässrigen O-Saft) genossen wir bei strahlendem Sonnenschein unter der schattenspenden Marquise. Der Hundebesuch kam auch wieder. Diesmal im Doppelpack.

Danach hiess es, zusammenpacken und ab nach Zagreb Flughafen, denn Rahel musste uns leider heute verlassen. Auf der Strecke lachten uns viele Spanferkel entgegen.

Vor Zagreb kamen wir in Folge einer Péage zum ersten Mal in einen Stau, doch Rahel erwischte ihren Flug problemlos (we miss you like crazy).

Die dezimierte illustre Reisegruppe machte sich darauf daran, Zagreb zu erobern. Rhea sicherheitsnadelte ihren Hippie-Rock und wir marschierten durch die schöne, ruhige, friedliche, grüne Innenstadt. In Folge Mariä Himmelfahrt waren die Strassen wie Leergefegt, dafür die unzähligen Kirchen zum Bersten voll. Die Füsse unseres männlichen Repräsentanten wurden arg gebeutelt, denn Adi litt mit seinen Adilitten Höllenqulen. Rhea, die Heldin, gab ihre letzten Socken her, was Adi zur Linderung verhalf. Danach versuchte sich Flo mit einem Zagreber Piva. Köstlich und erfrischend! Wir fühlten uns also gerüstet, die kroatische Küche auszuprobieren. Die hiesige Spezialität, Kalbshaxen unter der „Gluhglocke“, wie auch immer, natürlich musikalisch untermahlt von einer Livesängerin mit unprofessionellem Vibrato, enttäuschte uns. Und trotz schnippischem Service gaben wir der Bedienung 15 Kuna „Tringlet“ und liessen uns die Rechnung nicht nach Hause „schincken“. Der Hymer wurde zwischenzeitlich, entgegen unserer Befürchtungen, NICHT ausgeräumt. Phu! Um 23 Uhr 13 bewegten wir uns mit dem fahrbaren Untersatz Richtung Südsüdwest und nächtigten auf einer stinkigen, aber … nüt, Autobahnraststätte. Adi und Rhea brillierten, indem sie sich den ganzen Einschlaf-Holmes anhörten – ohne einzuschlafen!

Es war, ausser der schmerzlichen Trennung von Rahel, ein prächtiger Tag!

 


Plitvicer Seen

Einfach himmlisch!

Nach ausgiebigem Frühstück mit Holmes-Wiederholung (am Abend zuvor sind alle schon zu Beginn der Geschichte eingenickt – ja, selbst Flo!) und einem freundlichen jöö-herzigen hundischen Besucher, fuhren wir an die Plitvicer Seen (Rahel nennt diese „Blitzgwitzer Seen“).

Die imposanten Wasserfälle, die ruhigen, klaren Seen in allen Blau- und Türkistönen, die Fische und andere Tierchen, sowie die idyllischen Waldwege durch das UNESCO Weltnaturerbe brachten uns arg ins Staunen. Wir marschierten bei angenehmem Wetter wie Pfahlbauer auf Stegen den Seen entlang und je länger wir wanderten, desto weniger Turis trafen wir an. Wirklich einfach himmlisch!

Zurück im Camping, nach Einkaufstour im wohl engsten Lädeli der Welt (die cheibe Spanier, gäu Rahel, eifach fräch), assen wir himmlische Spaghetti an einer Thon-Rahm Sauce und knackiges Gemüse.

Müde aber glücklich schliefen wir traditionsgemäss mit Holmes ein.