Kein Muskelkater! Da wir die Campingplatzinhaber nicht mehr antrafen, bezahlten wir die Übernachtung bei den Platzchefs. Beim Abschied meinte Frau Chef mütterlich, sie habe gut geschlafen nachdem wir endlich von der Wanderung zurückgekommen waren, sonst hätte sie wohl kein Auge zugetan.
Frisch geduscht, Geschirr gespült, Batterien geladen und Klo geleert, es konnte weiter gehen!
Durchs Valée d’Aspe und einen langen Tunnel ging es in den Süden nach Spanien. Unterwegs in einer Schlucht entdeckten wir die Verteidigungsburg (gegen die Mauren?) „Fort de Portalet“ mit vielen gut getarnten Schiessscharten und Gängen in der darunter liegenden Felswand.
In Canfrac-Estación stoppten wir, wie vom Womoführer empfohlen bei einem alten internationalen Bahnhof. Dieser war dereinst belle-epoque-mässig schön, wirkt inzwischen aber leider traurig verwahrlost.
Es war verblüffend zu sehen, wie stark sich das Landschaftsbild der spanischen Pyrenäen von den eben erst verlassenen französischen Bergregion unterscheidet. Die Vegetation ist südländisch, an Trockenheit angepasst. Die Bergformationen aus rötlichem Gestein erinnern an den Grand Canyon. Auch der Baustil der Häuser ändert sich nach dem Grenzübergang. Es wird vorwiegend dunkles Gestein verwendet und die Kamine sind ungewöhnlich hoch.
Flos Passion für Klöster bewegte Adi und den tapferen Kometen zu einer anspruchsvollen Kurvenfahrt hinauf zum Monasterio „San Juan de la Peña“ in der Nähe von Jaca. Es war sehr heiss. Wir bruzelten im Womo vor uns hin und waren dankbar, als wir den Parkplatz im Wald erblickten. Mit einem Büssli ging es zum Monasterio viejo. Es wurde direkt in den Fels gebaut und die Räume waren daher angenehm kühl. Teile des Klosters wurden bereits im 9. Jh. n. Chr. erbaut. Verschiedene Angehörige des Geschlechts Aragon wurden hier bestattet. Wir wissen, dass viele Wände und Säulen früher wohl bemalt waren, doch uns gefallen die Räume gerade in ihrer heutigen Schlichtheit. Besonders schön sind die verschiedenen Reliefs, welche zum Teil schon fast modern wirkende Fantasiefiguren zeigen. Im Museumsshop findet Adi einen Pyrenäenhonig nach seinem Gusto, schön kristallisiert.
Nun stehen wir auf 1’800 Meter über Meer auf dem Col du Pourtalet und beobachten das Wetterleuchten. Morgen geht es weiter nach Norden durchs Vallée d’Ossau.



































