Premiere

Heute mussten wir uns von den Pyrenäen verabschieden. Als passenden Abschluss für unsere Reise steuerten wir die Atlantikküste an. Immer flächer wurden die Hügelketten, neben denen wir vorbeifuhren. Unser freundliches Navi, sehr Centre-Ville-affin, führte uns durch Lourdes, wodurch wir doch noch einen Blick in diese Pilgerstadt werfen konnten.

In Capbreton fanden wir einen Parkplatz nahe am Meer. Wir hatten es nicht weit und schon erblickten wir die kilometerlangen Sanddünen und Badestrände. Viele Wellen-Surferinnen und -Surfer nutzten die hohen Wellen, allerdings im Neopren-Anzug. Kein Wunder bei dem kalten Wasser.

Uns jedenfalls war es zu kalt für ein Bad, stattdessen machten wir einen kleinen Spaziergang entlang des Strandes. Dabei entdeckten wir Relikte aus dem zweiten Weltkrieg. Sogenannte „Blockhäuser“ standen am und im Meer. Sie waren farbig besprayt und könnten glatt als Kunst durchgehen.

Damit hatten wir den äussersten Punkt unserer Reise erreicht und machten uns auf den Weg zurück in die Schweiz. Voller Elan drückten wir aufs Gaspedal, wurden aber bald ziemlich abrupt wieder gebremst: Stau vor Bordeaux. Während gut einer Stunde „schnägeleten“ wir uns Richtung Norden. Dann gaben wir auf und bezogen unser Quartier auf einer Raststätte.

Dort kam es zu einer Premiere! Nach zwei Wanderungen und einem sandig-salzigen Nachmittag am Meer war der Stinkigkeitsgrad über dem erlaubten Pegel. Und so nahmen wir zum ersten Mal eine Dusche im Womo zu nehmen. Ein merkwürdiges Gefühl auf einem Parkplatz umgeben von Menschen, aber es war herrlich. Zum Schluss befanden wir uns – ähnlich wie jeweils unser Geschirr, das wir manchmal aus Faulheit oder Zeitmangel jeweils nur kalt abspühlten – als wiederverwendbar!

Jetzt heisst es Schlafen und Kräfte tanken für die morgige lange Fahrt.

 


Cascades-Wanderung

Für unsere dritte Wanderung verschlug es uns ins Valée de Gaube. Um den Ort zu erreichen mussten wir aber einige Schwierigkeiten meistern. Die Strasse war kurvenreich, eng, steil, haarnadelig und teilweise in fragwürdigem Zustand und dann wurde uns in Cauterets zugetragen (Buschauffeur), dass wegen der Überschwemmungen im Juni keine Camper bis nach oben fahren dürfen. Dies führte zu Verzögerungen, stellte sich aber als Fehlinformation heraus (Office de tourism).

Um den Rückstand wett zu machen, genehmigten wir uns für den Aufstieg zwei Seilbahnen, die wohl Rekorde aufzustellen versuchten: die kürzeste Gondelbahn und die langsamste Sesselbahn der Welt!

Nach dem Picknick am schönen Lac de Gaube nahmen wir den Aufstieg zur Cascade Esplumouse in Angriff. Der Weg führte über sehr viele Steine (Findlinge) entlang eines Baches und am Schluss erwartete einem die Sicht auf einen kleinen Gletscher.

Den Rückweg mussten wir bis nach unten marschieren, denn die Lifte waren natürlich schon längst abgeschaltet worden. Wir gerieten schon etwas in Zeit-Sorge, als wir unterwegs eine Familie mit zwei Jungen und einem kleinen Mädchen überholten, die ganz zufrieden und in aller seelenruhe deb Abstieg bestritten. Da waren auch wir einiges beruhigter.

Der Wanderweg unterhalb des Lac de Gaube ist sehr sehenswert, aber steil. Er führt durch einen Fichtenwald mit viel Moos, Farn und Sümpfen. Besonders beeindruckt waren wir von den vielen Wurzeln, Wurzelgeflechten und von Relieffelsen (über dessen Entstehung wir uns unbedingt noch informiere müssen).

Wir beschlossen die Wanderung mit der Besichtigung der Pont d’Espagne und den dortigen Wasserfällen.

Dann brachte uns unsere tapfere Schildkröte bei Dunkelheit über die Serpentinenstrasse sicher auf unseren Stellplatz. Der Komet schlägt sich wirklich wacker in dieser Berglandschaft. An dieser Stelle möchten wir uns bei der Fraktion Mahrer für die super Wartung des Kometen bedanken! Es ist schön, dass wir so tolle Womo-Ferien machen können.

 


Felskante und Auenland

Der Wecker klingelte um sieben Uhr, aus dem Bett gerollt haben wir uns erst um halb Neun. Und da wir uns gestern davor gedrückt hatten (ja eine Abwaschmaschine wäre wirklich toll, solarbetrieben), mussten wir heute nach dem Frühstück einen riesen Berg Geschirr abwaschen.

Nach diesem fulminanten Einstieg in den Tag kurvten wir mit dem sauberen und frischen (Wasser, WC, etc.) Camper durch Ste-Marie-de-Campan, ein kleines Städtchen in dem fast in jeder Ecke lebensgrosse Strohpuppen aufgestellt sind. Dies hat mit einer alten Hochzeitstradition zu tun. Übrigens trafen wir nicht das erste Mal auf solche Figuren.

Bei der Fahrt über den Col du Tourmalet (Adi kannte schon fast jede Stelle auswendig), konnte Flo sich ein Bild von Adis gestriger Kraxelpartie machen. Die kurvige Strasse führte uns vorbei an Kühen, Eseln, Lamas und vor allem viiielen Velofahrern. Unter anderem einem Mann in einem Schweizertrikot, den wir natürlich mit „Hopp Hopp“ anfeuerten.

Auch wir sollten später noch kräftig ins Schwitzen kommen, denn für heute war eine Wanderung mit dem Ziel „Cirque de Gavarnie“ geplant. Und zwar nicht etwa auf dem leichten Tourismuspfad, nein, wir hatten uns für einen alternative Rundwanderung abseits des Tumults entschieden.

Laut unserem Wanderführer startete unsere Route mit einem angenehmen Serpentinenaufstieg durch Blumenwiesen von 1’200 auf 1’700 MüM. „Angenehm“ ist ein relativer Begriff, wie wir atemlos anerkennen mussten. Es war seeehr steil und teilweise mussten wir über felsige Steine klettern. Blumenwiesen hatte es spährlich, oder wir waren zu beschäftigt mit Schwitzen.

Doch der Aufstieg lohnte sich. Der weitere Weg war wunderschön und führte entlang von Felswänden, kleinen Felshöhlen, kühlenden „Wassertropffällen“, durch Nadelwälder, über Bäche und schliesslich erreichten wir den Cirque de Gavarnie. Eine schroffe Felswand, sozusagen „Creux du vent“ XXL, mit einem Wasserfall mit laut Infotafel grösster Falltiefe Europas. Wau!

Der Rückweg führte uns durch eine Märchenwelt auf schönen schmalen Erdwegen, genau wie Adi sie liebt. Wir passierten einen eiskalten, türkisblauen Bergbach, durchquerten wunderschöne Mischwälder, sahen eine grosse Zahl Findlinge und durchschritten eine Bachauenlandschaft mit vielen Blumen. Traumhaft – man konnte die Feen förmlich spüren. Diese versteckten sich leider, dafür hoppelte ein Hase über den Weg und wir kreuzten eine Herde frei durch den Wald laufender Pferde.

Beim Schreiben dieses Tagebucheintrages müssen wir ganz leise sein, denn alle anderen auf dem Stellplatz liegen bereits in den Federn. Wie jeden Abend! Offenbar haben wir keinen normalen Camperrhythmus. Dafür geniessen wir die helle Vollmondnacht.

 


Tour de France

Die letzte Nacht war etwas gruselig. Mehrfach hat es ganz laut gepoltert. Flo schreckte auf, zündete wie wild mit der Taschenlampe um sich, und konnte fast nicht mehr einschlafen. Es war natürlich nichts – glauben wir. Als Entschädigung lachte uns heute die Morgensonne entgegen. Perfektes Wetter um das Rennrad für eine Pässetour aus dem Komet zu nehmen.

Adi radelte auf den Col du Tourmalet und danach auf den Col d’Aspin. Der Tourmalet war lange und nicht allzu steil, erst ab La Mongie wird die Steigung mit 10-11% im Schnitt brutal. Oben musste Adi anstehen, um ein Foto von der Passtafel zu machen, so viele andere Rennradfahrer hatte es dort.

Der Col d’Aspin war dann konstant steil dafür dank einem schattenspendenden Wald nicht ganz so heiss. Bei der Abfahrt musste Adi vor allem auf freilaufende Kühe und Kuhfladen mitten auf der Strasse aufpassen.

Flo derweilen machte sich einen gemütlichen Lesetag im Liegestuhl. Gut eingewickelt in ein Flauschi schützte sie sich vor dem kalten Wind. Die Sonne hätte auch geholfen, aber sie wollte keinen Sonnenbrand.

Den Tag beschlossen wir mit einem Spaziergang und einem feinen Thai-Basmati bei romantischem Kerzenlicht.

Und wieder erwartet uns noch der Abwasch, der Elende!

 


Pässe im Nebel

Wir starteten mit einem ausgedehnten Frühstück in den Tag und hatten dabei beste Unterhaltung. Denn auf der anderen Seite des Lac d’Oô wurde eine riesige Herde Kühe (in allen Farben, weiss voraus) von einem Hirten und drei Border Colis gekonnt von einem Weidebereich in einen anderen getrieben. Dabei stand eine Kuh mit ihrem ungestühmen, energiegeladenen Kalb bereits auf der zweiten Wiese und freute sich auf ein Wiedersehen. Ein anderes, weisses Kalb tat uns sehr leid, denn es schien krank zu sein.

Erst um 13 Uhr, nach dem Spektakel, fuhren wir weiter über den Col de Peyresourde nach Arreau. Das Solothurn der Pyrenäen, denn unser Womo Reiseführer hat diesen Ort noch fast nie bei schönem Wetter erlebt. Uns ging es nicht anders. Bei leichtem Regen und Hochnebel schlenderten wir durch die Gassen dieses schmucken Städtchens, besichtigten zwei Kirchen und erledigten Einkäufe (das Crêpe durfte natürlich nicht fehlen). Am Schluss flüchteten wir vor starkem Wind und eisigkaltem Nieselregen in unsere liebe Schildkröte.

Auf dem Parkplatz-Fussballfeld parkte auch noch ein Bungalow-grosser Wohnwagen, der sogar eine Veranda hatte und von einem Lastwagen gezogen wurde, in welchem auch noch ein normaler Pkw steckte. Die Besitzer hielten ein kleines Ferkel und eine Ziege. Très bizarre…

Um unseren Campingplatz zu erreichen überquerten wir den legendären Tour de France Pass Col d’Aspin, von dem man eine besonders schöne Aussicht haben soll. Allerdings war bei uns der Nebel so dicht, dass wir kaum noch die Strasse sehen konnten.

Jetzt freuen wir uns auf morgen und die kommenden Tage, denn die Wetterprognose verspricht wieder Sonnenschein.

Bonne nuit.

 


Das Wandern ist des Fladis Lust

Heute Morgen wurden wir von Pferdewiehern geweckt und als wir aus dem Womo schauten, sahen wir uns umzingelt von Pferden und Kühen. Übrigens trugen selbst einige Pferde Glocken um den Hals. Ansonsten wirkten sie aber eher wie Wildpferde, die in Gruppen in diesem riesigen Gebiet herumgaloppieren.

Da der Komet auch mal eine Pause verdient hatte, gingen wir auf dem Pla de Beret Wandern – auf 1’900 MüM und trotzdem war es heiss. Für Adi war es ein grosser Moment, da er endlich die neuen Wanderschuhe einweihen konnte.

Unsere Tour führte uns zum Kloster Montgarri und zu einem verlassenen Dorf. Dort machten wir eine Siesta an einem eiskalten Bach. Auf dem Rückweg wurden wir experimentierfreudig und wählten unseren eigenen Weg. Über Stock und Stein, durch den Wald vorbei an Ameisenhaufen und an einen Wasserfall.

Auch diese Nacht verbringen wir auf einem Stellplatz, und zwar am Lac d’Oô, der seit den grossen Überschwemmungen, die vor Kurzem in dieser Region geherrscht haben müssen, nicht mehr so wie im Womo-Führer abgebildet aussieht. Übrigens ist die Garonne wohl auch ziemlich über die Ufer getreten.

Unser Stimmung: Müde aber glücklich. Eigentlich bereit fürs Bett aber wir müssen noch abwaschen!

 


Hablo español

Heute Morgen begrüsste uns die Sonne wieder, doch verzichteten wir auf ein Frühstück um später bei der Grotte (siehe Tag zuvor) beim Warten auf den Einlass die Zeit zum „Zmörgele“ zu verwenden. Diesmal hatte es allerdings nicht so viele Leute und die Wartezeit hielt sich mit 40 Minuten in Grenzen. Keine Ahnung wo die gestern hergekommen sind! Doch aus dem gemütlichen „Zmörgele“ wurde nichts, da Flo die Eier aus dem Kühlschrank warf (Höhepunkt der Ungeschicklichkeits-Pechsträhne?), und wir darum vor allem mit Putzen beschäftigt waren.

Knurrenden Bauches bestiegen wir unsere Barke und wurden von einem jungen, muskulösen Barkendolieri 3/4 Stunden lang durch Höhlen auf einem unterirdischen Fluss gezogen. Ein erfrischendes (13°C) und unterhaltsames Erlebnis.

Mit dem heutigen Schlafplatz schlagen wir unseren Übernachtungshöhenrekord – wir sind auf 1’903 MüM. Und noch etwas ist neu – wir stehen auf spanischem Hohheitsgebiet. Olé!

Beim Schlussaufstieg wurde es gespenstig, da wir in dicken Nebel hineinsteuerten. Wir dachten schon, wir fahren ins Niemandsland und wären dann einsam und verlassen. Doch nun stehen wir neben vielen anderen Campern auf einem riesigen Platz (im Winter ist das hier ein Skigebiet) und sehen den Mond. Einfach traumhaft!

Die Reise führte uns heute durch Gebiete die uns an verschiedene Regionen in der Schweiz erinnerten – und zwar wirklich fast eins zu eins. Da war der steinige mit Wiesen überzogene und hügelige Jura, das Mittelland mit Maisfeldern und Kühen (wobei meist Rinder), und schliesslich in Spanien erinnerte uns einiges ans Wallis. Es war spannend zu sehen, wie sich mit dem Grenzübertritt die Strassen und die Architektur der Häuser änderte.

Auf dem Weg legten wir einen Zwischenstopp in St. Bertrand de Comminges ein. Ein pittoreskes Städtchen mit römischen Ruinen und einer sehr schönen Kathedrale. Das Kloster war leider schon geschlossen, dafür kriegte Adi endlich einen Crêpe.

Schocker des Tages: Mitten in einem Dörfli stellte plötzlich der Motor seinen Dienst ein. Wir rollten noch ein paar Meter und standen schliesslich auf der Fahrbahn (keine Chance auf das Trottoir zu kommen) still. Die ersten 20 Startversuche schlugen fehl. Dann startete der Motor aber wieder. Vermutlich lag es an Dreck im Tank, welcher die Dieselzufuhr verstopfte.

Freude der Woche: Danke für eure lieben und informativen Gästebucheinträge. Wir lesen sie immer mit grossem Vergnügen.

 


Waterloo

Der heutige Tag viel in mehrfacher Hinsicht ins Wasser. Zuerst war ein Ort nicht so schön wie gedacht, dann eine Grotte schon complet und jetzt giesst es wie aus Kübeln – Blitz und Donner gratis dazu.

Die Landschaft war aber schön und wir kurvten bis auf 1’913 MüM und schrammten an Andorra vorbei. Wegen dem grossen Verkehrsaufkommen entschieden wir uns gegen einen Abstecher ins steuerfreie Andorra.

Zurück im Tal hielten wir in Ax-les-thermes. In unserem Womo Reiseführer stand geschrieben, dieser Ort sei sehenswert und man rieche schon von weitem den Schwefel der Thermen. Wir rochen vor allem Abgase und waren schockiert über die baulichen Schandtaten der 1990-er Jahre. UND zu Adis Verdruss hiess es als wir endlich eine Crêperie erreichten: On a fini le service (Um 1330 Uhr wohlverstanden).

Davon liessen wir uns die Laune aber nicht verderben und wir steuerten die Grotte Labouchie an. Die Führungen waren leider alle für heute ausgebucht (um 16 Uhr).

Dies war übrigens nicht der erste Rückschlag in dieser Hinsicht. Als wir gestern bei den Grotten von Niaux mit den 10’000 Jahre alten Höhlenzeichnungen anriefen, hiess es: Complet jusqu’à mercredi.

Dafür hatten wir heute richtig Zeit zum Kochen und Essen. Bis das Gewitter zuschlug. Jetzt geniessen wir es, im Womo auf einem Camping zu liegen, dem Regen zuzuhören und lassen uns ab und zu von Blitz und Donner erschrecken.

Katharer und Katalanen

Chemisches Klo geleert und weiter gehts.

In der Region, in der wir uns befinden, hat es mehrere Katharer-Burgen. Eine davon haben wir uns heute genauer angesehen. Die Burg Quéribus! Von ihrer Turmspitze aus hatten wir einen phänomenalen Rundblick über die schöne Region. Die Zufahrt zur Burg war äusserst steil und führte über schmale, enge Kurven. Aber Adi meisterte sie bravourös (zum Glück kam kein Camper entgegen), er ist sowieso inzwischen ein Camperroutinier und grüsst lässig aus dem Handgelenk jedes entgegenkommende Womo.

Wir forderten den Komet gleich weiter und durchquerten die Pyrenées Orientales von Millas bis Odeillo. Wieder begeisterte uns der schier endlose Wald, der uns die Farbe Grün in allen Facetten präsentierte. Immer höher und höher tuckerte unser Womi vorbei an vielen katalanischen Fahnen bis wir schliesslich in einem Skigebiet ankamen. Im Sommer ist es aber in dieser Höhe immer noch wärmer als in der Schweiz und es wird rege Landwirtschaft betrieben.

Nun schlafen wir also auf 1612 MüM (nach feinem Risotto indoor) direkt neben dem Four Solaire, einem riesigen Parabolspiegelhaus. Dieses wurde übrigens hier gebaut, weil Odeillo mit 3000 Sonnenstunden im Jahr der sonnigste Ort in Frankreich ist.

Bonne nuit.

 


Das grüne Meer

Heute Morgen liessen wir den Wecker zuerst mal zwei Stunden unbeachtet. Nach satten 11 Stunden (die Siesta von gestern taugte wohl nichts) Schlaf rollten wir uns dann doch noch aus dem Hochbett und frühstückten bei strahlend schönem Wetter.

Unser erstes Etappenziel war Trèbes zum Tanken. Dort sahen wir auch den Canal du midi mit den vielen „Kollegen auf Wasser“ und den Schleusen.

Da wir keine Lust auf Touristenströme hatten, entschieden wir uns trotz Schönheit gegen einen Besuch von Carcasonne und tuckerten stattdessen vorbei an vielen Rebstöcken und Sonnenblumenfeldern nach Mirepoix. Als Berner fühlten wir uns dort sofort heimisch, denn im Stadtzentrum hat es viele Lauben – allerdings aus Holz/Balken.

Inzwischen benötigten wir beide dringend eine Dusche und darum steuerten wir das Camping de l’Agly bei den Schluchten von Galamus an. Einem kleinen Navigationsfehler ist es zu verdanken, dass wir nicht die „offizielle“, vom Womo-Führer vorgeschlagene Route durchs Tal, sondern über den Col de St. Louis nahmen. Ein glücklicher Zufall, denn die kurvige Strasse, in tadellosem Zustand, führte durch wunderschöne Wälder die sich kilometerweit über das hügelige Gebiet ausbreiten.

Das kleine Camping ist ein wahres Bijoux. Der bärtige Betreiber ist sehr herzlich und liebt offensichtlich das Gärtnern. Mit den unterschiedlichsten Bäumen, Büschen und Blumen hat er überall lauschige, schattige Parzellen gestaltet. Sympathisch, schön und sauber.