Aller guten Dinge sind drei

Der dritte Pleger-Tag begann mit einem erfrischenden Bad im Meer, ausser für Adi, der den Frauen das Zmorgen vorbereitete. Danach machten wir einen Tag nichts… fast nichts: Lesen, Schlafen, Glace schlecken, Wasserschlachten ausfechten und sünnelen.

Am Abend, pünktlich zum Sonnenuntergang, kochten wir Minifazzoletti an einer köstlichen Pepperoni Rahmsauce und dazu einen knackigen Rüebli-Mais Salat. Fein!

Während Rhea und Adi danach waghalsig in die schwarze See sprangen, ohne zu wissen, wo all die hungrigen Haie und andere Monster lauerten, zählte Flo die Sternschnuppen.

Wie üblich diskutierten Watson und Holmes bis wir schliefen…

Plegere Tag 2

Nach dem Erwachen begrüsste uns heute schon das azzurblaue Meer. Flo und Adi machten sich nach dem Frühstück auf in das nächstgelegene Einkaufszentrum, um sich mit überlebensnotwendigen Vorräten einzudecken: Zwei Luftmatratzen und ein giftgrüner Schwimmring. Rhea sass sich derweil ihre Füsse in den Bauch und verteidigte wacker unseren Platz unter den Pinien. Sie getraute sich nur einmal mutig aufs Klo. Alles verlief Bestens!

Danach gings auf der schnellsten Route (ein paar Schritte) ins Meer mit den lang ersehnten Spielsachen. Sogar Adi, der bis anhin ebendiese Spasssteigerungsobjekte vollends verneinte, schnappte sich den grünen Schwimmreif und war nicht mehr zu halten. Rhea hätte Erfinderin werden sollen, denn sie benutzte die Gurkensalatschüssel als Taucherbrille, um die Seegurken und anderes Getier auf dem Meeresgrund zu betrachten. (Und womit sie sich unter den Profischnorchlern zum allgemeinen Gespött machte.)

Übrigens: Auch kulinarisch macht der Camping etwas her: Salz aus dem Meer, Rosmarin von den Hecken, Pinienkerne von den Bäumen und Oliven vom Strauch neben dem Hymermobil.

Zum z’Nacht wurde wieder mal der Grill angeworfen. Der magnifike Grillmeister verwöhnte uns mit Cevapcici und Gemüse; währenddessen fabrizierten die zwei Küchenschaben/-feen ein Couscous mit Dattelstückchen, gerösteten Cashewnüssen und Limettenzesten und -saft. Und Rheas Taucherbrille enthielt wieder feinen Gurkensalat. Mjam!

Holmes hatte heute Abend eine neue Stimme. Mehr wissen wir allerdings nicht …

 


Baden und Ausspannen

Heute sind wir ganz früh losgezischt und dann bis zur Verzweiflung hinter einem Brotverkaufswagen hergestottert. Dieser lies sich in keiner Weise von der wachsenden Autokolonne aus der Ruhe bringen und verkaufte in aller Seelenruhe seine Brötchen. Adi kurvte gekonnt durch die engen Gässchen und dann eroberten wir uns den fast schönsten Platz auf dem aller schönsten Camping der Welt (Nahe Sibenik). Der Hymer steht keine zwanzig Schritte vom Meer entfernt unter schattenspendenden Pinien. Als Erstes genossen wir ein grossartiges, ausgedehntes Frühstück mit Monikabrötli aus schmackhaftem Brot und danach lockte das kühle Meer. „Zufällig“ entdeckte Adi eine seltsame Tätowierung auf Flo’s Bikinifüdli. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Auszug aus der Abrechnung handelte, in die sich Flo versehentlich und nicht ganz trocken gesetzt hatte. Unser Geköch war auch dieses Mal von Erfolg gekrönt. Wir schlemmten bei Sonnenuntergang grünes Thai Curry mit vorzüglichem Reis.

PS: Adi hat sich heute die Fingernägel geknipst und Rhea leistete sich keinen Faux-Pas.

 


Skradinski buk

Aufgewacht, Kava an der Raststätte getrunken und weiter gings durch landschaftlich sehr reizvolle Gebiete.

Nächste Station war die Stradinski Buk mit ihren vielen Slaps, die man nach 20-minütiger Schifffahrt erreichte. Halb ausgehungert stürzten wir uns erstmal auf unser Picknick, das aus Brot, altem Käse und einheimischer Salami (köstlich!) bestand. Mit vollem Magen entwischten wir der badenden Touristenmasse und fanden einen sogenannten Lehrpfad durch das idyllische Naturschutzgebiet. Allerdings war es zu heiss zum Lernen, lieber spekulierten wir, wo Winnetou, Old Shatterhand und Kleine Feder überall gelustwandelt und gebadet hatten.

Um unsere Vorräte aufzustocken, suchten wir das „Konzum“ auf, ein Pendant zu unserem Konsum. Die Auswahl war wie daheim. Es gab, was das Herz begehrte, selbst das Brot sah vollwertig aus (und war es auch, wie wir später feststellen sollten).

Nun hiess es, ein schniekes Plätzchen für unseren Hymer zu finden. Das Angebot war gross, die Zufahrten dafür umso kleiner. Da unser Wunschcamping bereits besetzt war, erkämpften wir uns an einem steilen Hang einen Stellplatz mit Meerblick. Nun waren wir wahrlich im Süden angekommen. Das zeigt uns nebst der Hitze auch die Flora und Fauna, etwa die unermüdlich zirpenden Zikaden bei konstanten 60 Dezibel. Oder unser schnarchender Wohnmobilnachbar bei bis zu 90 db.

Unser Plan für morgen besteht darin, uns einen Platz an unserem besagten Wunschcamping zu ergattern. Ob wir das schaffen oder nicht … Fortsetzung folgt, lesen Sie morgen weiter.

 


Zagreb

Das Frühstück (ausser dem zuckerwässrigen O-Saft) genossen wir bei strahlendem Sonnenschein unter der schattenspenden Marquise. Der Hundebesuch kam auch wieder. Diesmal im Doppelpack.

Danach hiess es, zusammenpacken und ab nach Zagreb Flughafen, denn Rahel musste uns leider heute verlassen. Auf der Strecke lachten uns viele Spanferkel entgegen.

Vor Zagreb kamen wir in Folge einer Péage zum ersten Mal in einen Stau, doch Rahel erwischte ihren Flug problemlos (we miss you like crazy).

Die dezimierte illustre Reisegruppe machte sich darauf daran, Zagreb zu erobern. Rhea sicherheitsnadelte ihren Hippie-Rock und wir marschierten durch die schöne, ruhige, friedliche, grüne Innenstadt. In Folge Mariä Himmelfahrt waren die Strassen wie Leergefegt, dafür die unzähligen Kirchen zum Bersten voll. Die Füsse unseres männlichen Repräsentanten wurden arg gebeutelt, denn Adi litt mit seinen Adilitten Höllenqulen. Rhea, die Heldin, gab ihre letzten Socken her, was Adi zur Linderung verhalf. Danach versuchte sich Flo mit einem Zagreber Piva. Köstlich und erfrischend! Wir fühlten uns also gerüstet, die kroatische Küche auszuprobieren. Die hiesige Spezialität, Kalbshaxen unter der „Gluhglocke“, wie auch immer, natürlich musikalisch untermahlt von einer Livesängerin mit unprofessionellem Vibrato, enttäuschte uns. Und trotz schnippischem Service gaben wir der Bedienung 15 Kuna „Tringlet“ und liessen uns die Rechnung nicht nach Hause „schincken“. Der Hymer wurde zwischenzeitlich, entgegen unserer Befürchtungen, NICHT ausgeräumt. Phu! Um 23 Uhr 13 bewegten wir uns mit dem fahrbaren Untersatz Richtung Südsüdwest und nächtigten auf einer stinkigen, aber … nüt, Autobahnraststätte. Adi und Rhea brillierten, indem sie sich den ganzen Einschlaf-Holmes anhörten – ohne einzuschlafen!

Es war, ausser der schmerzlichen Trennung von Rahel, ein prächtiger Tag!

 


Plitvicer Seen

Einfach himmlisch!

Nach ausgiebigem Frühstück mit Holmes-Wiederholung (am Abend zuvor sind alle schon zu Beginn der Geschichte eingenickt – ja, selbst Flo!) und einem freundlichen jöö-herzigen hundischen Besucher, fuhren wir an die Plitvicer Seen (Rahel nennt diese „Blitzgwitzer Seen“).

Die imposanten Wasserfälle, die ruhigen, klaren Seen in allen Blau- und Türkistönen, die Fische und andere Tierchen, sowie die idyllischen Waldwege durch das UNESCO Weltnaturerbe brachten uns arg ins Staunen. Wir marschierten bei angenehmem Wetter wie Pfahlbauer auf Stegen den Seen entlang und je länger wir wanderten, desto weniger Turis trafen wir an. Wirklich einfach himmlisch!

Zurück im Camping, nach Einkaufstour im wohl engsten Lädeli der Welt (die cheibe Spanier, gäu Rahel, eifach fräch), assen wir himmlische Spaghetti an einer Thon-Rahm Sauce und knackiges Gemüse.

Müde aber glücklich schliefen wir traditionsgemäss mit Holmes ein.

 


Porec

Heute morgen wurden wir von Rahel mit Gipfeli verwöhnt.

Während der anschliessenden Fahrt entschieden wir uns spontan, anstatt nach Pula zu fahren, doch lieber das pittoreske PoretSCH zu besuchen. Wir kauften kiloweise Hosen und Röcke (aus Adis Sicht), Höhepunkt der Exkursion war allerdings die Euphrasius-Basilika mit ihren wunderbaren Mosaiken.

Mit Salat und Knoblibrot gestärkt ging es weiter quer durch Istrien und danach wieder an die Küste. Dort suchten wir nach einem lauschig-romantischen Badeplätzchen, damit sich Rahel vom Meer verabschieden konnte. Wir fanden eine hübsche Bucht, wo wir ein interessantes Naturphänomen antrafen.

Danach holperten wir bei Nacht stracks/flugs/wie am Schnürchen an die Plitvicer Seen, wo wir erschöpft und von der langen Fahrt gebeutelt nächtigen durften. Dazu müssen wir noch bemerken, dass Kathrin (Navi) einiges an Sympathie eingebüsst hat. Und das obwohl wir einige interessante Erfahrungen mit Nebenstrasen (!), Fröschen/Füchsen/Hunden,Hinterwäldlern, Schlaglöchern, Glibodol und totenköpfigen Minenwarnschildern machten. Wir danken dafür, denn schliesslich ist der Weg doch das Ziel!?

PS. Vielen Dank für die vielen, lieben Gästebuch-Einträge. Der Boiler funktioniert, es hat wohl etwas stark gewindet. Danke.

 


Baden

Dober dan.

Adi hat sich heute arg vor dem Baden gedrückt. Dabei war der Strand in der Camping-City „Park Umag“ ganz toll und praktisch sandlos. Adi beschäftigte sich ersatzweise mit den dort ansässigen „mit Krebsli gefüllten Schneckenhäusern“ (fachsprachlich: Einsiedlerkrebse). Speziell fiel uns die rötlich-bräunliche Erde auf, die unseren nackten Füssen eine gesunde Farbe verlieh.

Zum Znacht gabs zweifelhaftes Poulet vom Grill mit Peperoni (plus oder minus Käse) und experimentellem Härdöpfeligratin aus der Alufolie. Der Chefgrillör würde an dieser Stelle gerne erwähnt werden.

Übrigens: Zum Glück hatte es an diesem Zeltplatz Aussenstellplätze für die Spätankommenden oder Sehrspätankommenden wie wir. Bei Nacht fährt sichs angenehmer.

Übrigens II: Rahel hat sich zur Freude der Allgemeinheit nun endlich die Zehennägel geschnitten.

 


Venezia

Am morgen wars schon wieder heiss und Adis Schweisstüechliverschleiss war und ist enorm. In Venedig angekommen kämpften wir uns durch die sonnigen Abschnitte und flanierten durch die schattigen. Einmal verwöhnten wir uns gar mit köstlichen Gelati. Als uns dann das touristische Treiben zu bunt wurde, entwickelten wir ein völlig neues Orientierungssystem: An jeder neuen Weggabelung durfte abwechselnd jedes Mitglied der illustren Reisegruppe die Richtung bestimmen. Dieses Prinzip beschied uns eine abwechslungsreiche Reise durch das authentische Venedig, die ab und zu auch mal an einem Kanal endete. Nach vier Pizzen bei Sandro fuhren wir in der lang ersehnten, nächtlichen Kühle bis Umag, Kroatien, wo uns Sherlock Holmes und Watson (dieses Weichei) in den Schlaf diskutierten.

 


Hitziger Regentanz

Rhea hat sich heute die Fingernägel geschnitten. Und das war nur eines von vielen spannenden Ereignissen an diesem Faulenztag, den wir mit Sonn- und Meerbaden und Lesen verbracht haben. Am Abend sorgte das Wetter aber doch noch für Action: Ein plötzlicher Wolkenbruch zwang uns, zum Speedcooking in der Outdoor-Kitchen und zum rekordverdächtigen Hopp-Alles-Sofort-Reinräumen. Danach durften wir im gemütlichen, feuchtwarmen Hymer ein feines Gemüse-Mozarella-Risotto geniessen. Jetzt sitzen wir am Tisch trinken ein bisschen Wein, vergleichen unsere Füsse und nun sollte sich nur noch Rahel die Zehennägel schneiden…