Tour de Shopping

Motto: Die Ferien beginnen nicht am Zielort, sondern auch schon weit vorher. Es geht alles viel gemütlicher und stressfreier, wenn man sich diesem Motto verschrieben hat.

Zum Beispiel beim Einkaufen von Proviant und Vorbereiten des Campers. Am Abend wurden wir noch von Marianne mit einem Pesto aus Thai-Basilikum (aus dem eigenen Garten) und vielen Salaten verwöhnt. Himmlisch… Erwin empfahl uns einen Campingplatz eines Chilisaucenliebhabers und hat uns sein Tagebuch ihrer letzten Reise vorgelesen. Aladin und die Katzen halfen uns beim Einräumen und spät in der Nacht (wie sonst?) fuhren wir nach Bern.

Morgen wird gepackt und gegen Abend tuckern wir dann in Richtung Süden.

Die Würfel sind gefallen

Norden oder Süden? Auf Grund der Wettervorhersagen haben wir uns nun gegen Schweden entschieden. Es soll da ziemlich regnerisch sein. Doch in einer fernen Zukunft werden wir Abba, Astrid Lindgren und die Elche besuchen gehen.

Wir fahren also in den Süden – genauer in die Pyrenäen. Doch zunächst muss noch gepackt und eingekauft werden. Die Freude ist aber riesig und die Ferien haben ja jetzt schon begonnen! Juhuu.

La Rochelle

Früh aus den Federn (9 Uhr) und ab unter die leider recht kalte Dusche. Vier Sterne, tsü – Sterne gibt’s halt für Spielplätze, Swimming Pools, Sportangebote, usw… Sauberkeit, warmes Wasser oder Freundlichkeit scheinen keinen Einfluss zu haben.

Zum Frühstück gab’s endlich: Baguette! Dann machten wir uns um den Mittag auf den Weg nach La Rochelle – eine schlechte Idee – viele Autos und einen Navi, der uns immer wieder durch enge Gassen treibt und keinen Respekt vor Einbahnstrassen hat sind eine schlechte Kombination. Doch Adi, der Routinier, behielt die Nerven.

Als Erstes erholten wir uns an der Hafenpromenade, genossen die feine Meeresluft und betrachteten die Wellen. La Rochelle hat zwei Seiten: Beim Vieux Port und den Wehrtürmen drängen sich Touris an Touris (es wuselt), doch dringt man etwas ins Innere der Stadt vor, wird’s ruhiger. Wir kamen uns übrigens ganz heimisch vor, während wir durch die schönen „Altstadt-Lauben“ flanierten. Typisch sind die mit Schiefer bekleideten Fachwerkhäuser.

Und dann war es soweit: Adi kriegte sein Crêpe! Super.

Nach der ausgiebigen Stadtbesichtigung fuhren wir nach Port-des-Barques.

Highlight des Tages: Wir sahen beide zum ersten Mal wie stark die Auswirkungen von Ebbe und Flut sein können. Das heisst, Adi hat eigentlich bereits einschlägige Erfahrungen in diesem Gebiet gesammelt, wie man gewissen unterhaltsamen Gästebucheinträgen entnehmen kann.

Dämpfer des Tages: Wir haben beide einen Sonnenbrand aufgelesen.

Der heutige Stellplatz ist übrigens eine höchst erfreuliche Entdeckung. Sehr freundlich, saubere Klos und man darf sogar die Duschen und den Pool des angrenzenden Campingplatzes nutzen. Strom gibt es auch. Eine Ver- und Entsorgungsstelle hat es natürlich ebenfalls. Und dann auch noch nahe am Meer (ausser bei Ebbe ;-)).

Nach einem feinen Gemüse-Thai-Curry (immer noch Nennigkofer Gartengemüse) sitzen wir nun bei Kerzenschein gemütlich auf den Liegestühlen. Allerdings warm eingemummt, denn die Abende und Nächte werden doch immer recht kühl – was übrigens vermutlich erklärt, wieso wir immer die Einzigen sind, die draussen kochen und verweilen. Alle anderen verbringen die Abende in den Wohnmobilen und gehen wohl recht früh in die Koje.

PS: Danke für eure lieben Gästebucheinträge. Wir freuen uns jedesmal wie kleine Kinder.

 


Sumpf

Am Morgen erwachten wir umgeben von dickem Nebel – kein Wunder eigentlich, schliesslich ist die Region „Marais Poitevin“ ein Sumpfgebiet. Pünktlich zum Frühstück aber, strahlte die Sonne. Massenhaft trudelten Wohnmobile ein – fast „heuschreckenartig“. Wir stellten fest, dass wir ungeplant in ein Mekka-Touri-Gebiet für Franzosen gelandet sind.

Aus der früheren Meeresbucht wurde mit der Zeit eine Sumpflandschaft, welche ab dem 13. Jahrhundert von der ansässigen Bevölkerung mit Kanälen urbar gemacht wurde. Mit einem gemieteten Kanu entdeckten wir die einmalige Landschaft aus nächster Umgebung. Viele kleine und grosse Kanäle unterteilen Kuhweiden, Felder, Wälder und bewohnte Gebiete auf natürliche Weise.

Nach der gemütlichen Bootstour wurde der arme Hymer auf dem Weg nach La Rochelle durch das restliche Sumpfgebiet „gehoppelt“ (die Strassen lassen teils zu Wünschen übrig).

Zum Ersten Mal visierten wir einen Camping an, insbesondere da wir Strom für unsere diversen Akkus brauchten und auch einer Dusche nicht ablehnend gegenüber standen. Doch in La Rochelle – „COMPLET“. So fuhren wir noch ein Stück weiter bis kurz vor Angoulins ein vier Sterne Camping noch Platz hatte.

Vor lauter Camping-Suche und Carrefour-Einkauf haben wir den Atlantik noch gar nicht richtig begrüsst. Dies werden wir aber bald nachholen – die Luftmatratzen sind jedenfalls schon gekauft.

 


Wir sind im Osten

Zum Zmorgen gab’s Toast aus der Pfanne, da wir den Toaster in Bern stehen liessen. Fein und knusprig war es trotzdem.

Es gibt sie tatsächlich, die Franzosen mit Baguette und Zeitung unter dem Arm und einem Berèt auf dem Kopf. Auf dem Weg nach Chauvigny sind wir gleich mehreren solchen „typischen“ Exemplaren begegnet! In der alten Festungsstadt beschlenderten wir die Stiftskirche St. Pierre und betrachteten verschiedene Burgruinen (die Museen waren alle geschlossen).

Da Flo offensichtlich Bandwürmer zu haben scheint (und grantig wird, wenn es nichts zu essen gibt), zauberten wir auf dem Chauvigny-Parkplatz einen vorzüglichen Salat mit Feta und Toast-Croûtons.

Gestärkt „hotterten“ wir nach Saint-Savin. Die dortige Abtei birgt beeindruckende Wandmalereien, welche 1983 als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt wurden. Zu spät erkannten wir, dass die Besichtigung nichts gekostet hätte. Bezahlt hatten wir einzig den Zugang zum Museumsbereich (Selbstkontrolle) in den alten Mönchszellen, welcher uns nicht vollends überzeugte: Viele interaktive Knöpfe, die nicht funktionierten; eine Videoshow ohne Bild; schlechte Beschilderung – wir landeten mitten in Büroräumlichkeiten.

Schliesslich platzierten wir den Hymer auf einem Sechs-Euro-Stellplatz in der Nähe von Coulon. Zum Znacht kochten wir uns Tortillas mit viel Gemüse und Hackfleisch. Es wurde zwar etwas kühl, doch genossen wir den späten Abend trotzdem im Freien und zählten Sternschnuppen.


Volle Fahrt voraus

Durch den Regen in die Sonne gings heute in Richtung Atlantik. Nun sind wir auf einem gratis beinahe Camping zwischen Limoges und Poitiers. Umgeben von vielen anderen Wohnmobilen unter einem grossen Baum.

Heute haben wir es endlich geschafft, unsere Kleider einzuräumen. Ansonsten haben wir viel Musik gehört, die Landschaften betrachtet und Adi hat seinen Bleifuss trainiert. Besonders auffällig war die grosse Anzahl weisser Kühe, die ein Markenzeichen der durchkreuzten Region zu sein scheinen.

Auch unterwegs verzichteten wir nicht auf kulinarische Genüsse, und haben das feine Nennigkofen-Gemüse zu einer schmackhaften Sauce verarbeitet. Unser Teigwarengericht hat uns von den Nachbarn (Brummifahrer) auf der „Aire“ einige neidische Blicke eingebracht.

Auch wenn grösstenteils auf der Autobahn, geniessen wir bereits unsere Ferien in vollen Zügen. Nur Flo wird immer wieder von der Jugendarbeit eingeholt. Wenn auch nützlich, so können die modernen Kommunikationsmittel manchmal auch ein Fluch sein.

Jetzt heisst es schlafen – morgen haben wir noch etwa zwei bis drei Stunden bis an den Atlantik, doch werden wir unterwegs bestimmt noch ein, zwei Besichtigungsstopps einlegen.

Bora Bora

Bereits um 2 Uhr in der früh klopfte Bora, der hiesige starke Wind, an die Tür. Mit schlafwandlerischer Sicherheit rollten wir die Marquise ein, machten alles sturmsicher und legten uns wieder hin.

Auf eine stürmische Nacht, der Hymer war fast ganz mit Nadeln zugedeckt, folgte ein windiger Tag. Da es nach wie vor sehr heiss war, entschieden wir uns gegen eine Wanderung durch die Winnetou Schluchten (Park Paklenica), um stattdessen gemütlich der Küste entlang nach Slowenien zu tuckern. Unterwegs verabschiedeten wir uns an einer wunderschönen Stelle mit klarem Meer und schroffen Steinen. Aus einem letzten Bad wurde allerdings nichts, denn dazu waren die Wellen wegen dem Wind zu unberechenbar. Wenigstens konnten wir ein letztes Mal unsere Füsse und unser „Füdli“ im Salzwasser schwenken.

An der Grenze zu Slowenien standen wir als Slowenien-Banausen da, indem wir unsere Kunas in Slowenische Tollars wechseln wollten (so stehts in unserem Reiseführer von 2004). Tja, mittlerweile gibts aber hier auch den Euro.

Da der von uns auserkorene Camping revidiert wird, nächtigten wir zusammen mit vielen Brummis und anderen Campern auf einer Raststätte nahe der Skocjanske jame (St. Kanzian Höhlen). Gegessen haben wir im Hymer: Frisches Brot, Thon-Joghurt Paste (das Joghurt hiess Mu), Grüner Salat und Weisse Bohnen aus der Dose. Mmh fein!

 


Da waren’s nur noch zwei

Hui, das war ein langer Tag. Bereits um 5.45 Uhr (3 Stunden Schlaf) schellte Rheas Handy, worauf wir schlaftrunken Rhea zum Check-in begleiteten. Hungrig stürzten wir uns ins Flughafen Restaurant, doch leider war das Angebot nicht so überzeugend, und so beliessen wir es beim Kafi.

Danach dezimierte sich die „Liga der Hymerfahrenden“ um eine weitere Person (welche nun wieder zur einsamen Radfahrerin wird). Wir sind sehr traurig, mit Rhea eine ausgesprochen tapfere Mitstreiterin verloren zu haben. Wir umarmen dich wärmend, … ja heizend!

Flo und Adi (und der Hymer natürlich) machten sich darauf auf nach Split, wo uns ein Splitter viel zu erzählen hatte. Anschliessend freuten wir uns über ein ausgedehntes Frühstück in einem schicken Restaurant mitten in der Altstadt.

Splits Gassen und der Diokletianspalast waren wunderschön und äusserst Sehenswert. Besonders gefallen hat uns, dass der Stadtkern sich nicht zu einem Museum entwickelt hat, sondern nach wie vor bewohnt und lebendig ist.

Mutig erklommen wir den Glockenturm des Mausoleums um die Aussicht auf die ganze Stadt geniessen zu können. Und Mut brauchte es wirklich: Zuerst ging man eine enge Treppe tunnelartig hoch (dieselbe auch wieder runter) um dann eine rostige Treppe mit kaum Sicherungen auf den Seiten, welche sehr abgelaufen und deshalb rutschig war, bis hinauf zur Plattform zu besteigen. Flo wurden die Knie etwas weich, und sie war froh, als wir wieder unten ankamen.

Zum Pfuse suchten wir uns nach der Stadtbesichtigung einen Camping nordwärts in der Nähe des Nationalparkes Paklenica, wo wir uns direkt ins wellige Meer stürzten. Dann hauten wir uns müde aufs Ohr und liessen uns von Watson, voller Bewunderung für Holmes, in den Schlaf betüdeln (Wh).

 

Nachtrag

Zu unserer Überraschung hat die Parkgebühr für die ganze Nacht auf dem Flughafen Parkplatz nur 26 Kuna (ca. 5.20 CHF) gekostet.

 


Dubrovnik

Auf eine tüppige Nacht folgte ein heisser Morgen. Das Abwaschen (in der Morgensonne) wurde zur Qual. Hier müssten einige Superlative betreffend Hitze folgen, doch wir begnügen uns beim „müssten“.

Danach fuhren wir an den Hafen von Dubrovnik, um bequem von dort mit dem Bus zur Altstadt zu gelangen. Ein Bus für 120 Personen gefüllt mit gefühlten 180 und das ganze bei sicher gegen 38 Grad Celsius war für uns bestimmt. Eine fahrbare Gruppen-Sauna für 10 Kuna!

Dubrovnik war schön, doch leider vor allem bei unserer Ankunft von Touristen überlaufen (Kreuzfahrtschiffe kamen wohl gleichzeitig an). Die Stadtbesichtigung machte Hunger und so genehmigten wir uns eine Pizza, und Rhea kam so doch noch zu Meeresfrüchten. Sehr unterhaltsam war die illustre Gesellschaft einer irischen Hochzeit, welche teils etwas zu warm gekleidet war.

Dann starteten wir die lange Hymerfahrt entlang der Küste in Richtung Split Flughafen. Unterwegs entdeckten wir eine wunderschöne Bucht mit klarstem Wasser, welche nur durch eine Kletterpartie zu erreichen war. Es war herrlich!

Gekühlt und erfrischt fuhren wir anschliessend weiter und machten nur noch in Makarska einen dringend notwendigen Kava-Halt.

Da Rhea morgen früh nach Zürich fliegt, richteten wir uns auf dem Flughafen Parkplatz ein und schliefen müde und zufrieden (der Parkplatz Wächter war damit einverstanden) mit Hilfe von Holmes ein.

 


Auf in den heissen Süden

Wo wir bisher waren, war noch gar nichts in Sachen Temperatur. Auf der heutigen Fahrt nach Dubrovnik schwitzten wir bei 36 Grad Celsius (Aussentemperatur wohlverstanden). Doch alles der Reihe nach.

Genug geplegeret! Ein Schwumm im Meer, Frühstück und dann verliessen wir den traumhaften Camping, bereit für neue Abenteuer.

Die Strecke führte uns durch Dalmatien: Unendliche Wälder, Hügel die wie Berge wirken und kaum besiedeltes Land. Bei Ploce plotschten wir wieder auf die Küste und auf ein grosses Sumpfgebiet, wo zahlreiche Früchtestände entlang der Strasse ihre frischen Waren anpriesen. Weiter südlich wurden wir durch den Carina (Zoll) gewunken und für einen kurzen Abschnitt fuhren wir auf Bosnien Herzegowinas Boden.

Wieder zurück in Kroatien, vorbei an Muschelzuchtfeldern, fanden wir eine Bucht, um unsere völlig überhitzten und ausgeschwitzten Körper im kühlen Meer zu erfrischen und einen Happen zu essen. Das Meer ist hier so salzig, dass „s’tote Mannli“ ganz einfach klappte!

Schliesslich erreichten wir den Camping Kate, wo wir unkompliziert einchecken konnten und uns die Mücken überschwänglich begrüssten. Der Hymer stand mit Meersicht direkt neben einer schmucken kleinen Kapelle.

Ein Riesengeköchel mochten wir gar nicht mehr anzetteln, deshalb gab es ganz schlicht Insalata Caprese. Ausserdem versuchten wir uns mit einer gekauften Blätterteigspezialität, doch das Experiment ging gründlich in die Hose und wanderte flux in den Kübel. Die neue Salami kam leider nicht an die Alte ran, war aber okay.

Ab 21 Uhr setzte der Bora Wind ein, worauf wir froh waren, in den „hüumigen“ Hymer zu gehen und nicht in eines der umliegenden fast umgelegten Quetscha-Zelten. Wegen dem Wind öffneten wir die Fenster nur einen klitzekleinen Spalt, was uns eine Sauna bescherte. Puh, und wir hatten noch Schweiss übrig!

Von Holmes wissen wir nur noch, dass es um rote Haare ging. Unglaublich… mal schauen, ob wir morgen weiterkommen.