Nennigkofen – Venezia

Nach langer, gemächlicher und sicherer Fahrt durch das schöne Tessin und die Lombardei, erreichten wir, obwohl uns Stefan (Navi) kurz vor Venedig fehlleitete und dann einfach schwieg, um 21.45 Uhr das Lido.

Der Hymer war schnell im Camping parkiert und fast ebensoschnell hatten wir uns mit Anti-Brumm gegen die Mücken gewappnet. Entspannt assen wir, wie es sich in Italien gehört, Penne an einer Pomodoro con verdure Salsa. Die Aussenküche ist einfach super. Um 2 Uhr gingen wir dann ins „warme“ Bettchen.

Übrigens, Adi hofft, den extra am Samstag gekauften Sandalen gehts gut in Nennigkofen! Sie wurden vergessen, genau wie vieles andere auch. Shopping ist schon geplant.

22.08.2008

Jó napot! Heute stand die letzte Veloetappe auf dem Programm. Es waren eigentlich nur 20 Kilometer, aber die hatten es in sich: Die Strecke wurde holpriger (teilweise sandig), die Beschilderung wurde unübersichtlich, und in Budapest machten wir wegen Baustellen grosse Zusatzschlaufen. Kurz vor dem Zeltplatz stellten wir zu unserem Schrecken fest, dass das gestrige Camping Adis ID nicht zurückgab. Zu unserem Glück brachte die liebe Receptionistin die ID nach Budapest.

Unser Zeltplatz liegt auf einer Halbinsel, die wir nur durch Überwinden einer steilen Treppenbrücke erreichen konnten. Das Zelt stellten wir, nach langem Relaxen, in den Schatten von schönen hohen Ahornbäumen.

Gemütlich liessen wir den Abend in der Goldenen Stadt Budapest ausklingen. Eingehend besichtigen werden wir die Stadt erst bei unserem nächsten Besuch.

21.08.2008

Am Morgen, nach einem schweren Frühstück (Rühreiomelette und Toast Hawaii), besuchten wir die grossräumige Basilika von Esztergom. Auch ein Rundgang auf deren Kuppel liessen wir uns nicht nehmen. Bei strahlendem Sonnenschein radelten wir nach Szentendre. Unterwegs überquerten wir die Donau zweimal mit der Fähre (1500 HUF, d.h. 10 CHF), da Brücken in dieser Gegend Mangelware sind. Wir passierten das „Donauknie“ und die stolze Burg Visegrad.

Seit wir in Ungarn sind, fällt uns die Kommunikation wieder leichter. Neben Englisch sprechen viele Ungarn auch Deutsch.

Der Zeltplatz in Szentendre gefällt uns gut, die Frau an der Reception ist sehr lieb. Nur die Tausenden von Mücken machten uns, wie jeden Abend, das Aufstellen des Zeltes schwer.

Übrigens, közönöm für eure Gästebuch Einträge.

20.08.2008

Dobrý. Nach nur fünf Stunden Schlaf, machten wir uns auf zum Bahnhof Bratislava, um Zugtickets nach Komárno zu lösen. Im Reiseführer steht, man soll sich genügend Zeit dafür nehmen – jetzt wissen wir auch warum. Die Dame am Schalter diskutierte mehr mit einer anderen Dame als mit uns, und so warteten wir auf die Tickets.

Wir frühstückten gut in der schönen Stadt und kauften unser Mittagessen ein. Um 13 Uhr startete unsere Zugodysse. Ein Zugbegleiter verwies uns auf einen späteren Zug, blickte aber auf die Fahrräder und schüttelte den Kopf. Seine Arbeitskollegin sprach zwar sechs Sprachen, doch keine die wir könnten. Schliesslich fand sie eine Passantin, welche uns auf englisch erklärte, wir müssten unterwegs in einen Bus und wieder in einen Zug umsteigen. Heute trainierten wir nicht nur unsere Beine, sondern auch unsere Arme, denn an den Bahnhöfen gabs keine Lifte und die Züge waren sehr hoch. Zum Glück war die Zugbegleiterin sehr nett und hilfsbereit.

Um 16 Uhr, 100 km weiter, in Komárno, setzten wir uns wieder auf die Drahtesel und nahmen die 60 Kilometer nach Esztergom in Angriff. Die Landschaft ist nun flacher, man sieht weiter und der Wind kam erstmals von hinten, was uns beflügelte. Die Strecke wurde holpriger und zum Glück gab es auf den Strassen nur wenig Verkehr, da wir nun doch viel auf befahrenen Strassen aufhalten.

Knapp vor 21 Uhr kamen wir in „Rom von Ungarn“ auf einem sauberen Camping an. Die Basilika sieht wunderschön aus in der Nacht. Wir freuen uns schon auf morgen.

Viszontlátásra!

19.08.2008

Auf unseren zweirädrigen Fiakerln strampelten wir heute fast 70 Kilometer bei brütender Hitze! Die Strecke ist nun nicht mehr so gut ausgebaut. Besonderen Eindruck hinterliess der FKK Strand, welchen wir ganze 4 Kilometer mit Tunnelblick durchfahren mussten. Zum Schluss nahmen wir gar einen Treppenaufstieg in Kauf um wegzukommen.

Zum Zmittag gabs die Schnitzelresten von gestern in Sandwichform, doch dies mussten wir uns erst verdienen. Auf einem Damm radelten wir auf einem unendlich schnurgeraden Weg und suchten verzweifelt nach Schatten.

Als letzte österreichische Stadt schauten wir uns Hainburg genauer an. Dort gibts ein Tor, welches bereits im Nibelungenlied „alt“ genannt wurde. Und eine Blutgasse, in welcher einst bei einem Angriff der Türken fast die gesamte Stadtbevölkerung umkam, weil das Tor geschlossen war. Überlebt haben nur 100, darunter Thomas Haydn, der Grossvater des uns allen wohlbekannten Musikers.

Kurz darauf „marschierten“ wir in der Slowakei ein und begannen, einen Ort zum Schlafen in Bratislava zu suchen. Da alles etwas schwierig wird, wenn man die Sprache nicht kann, kamen wir in Kontakt mit anderen suchenden Touris aus Spanien, Italien, Deutschland, Frankreich und Kanada.

Als wir die Übernachtungsstelle bezogen, wurde uns bewusst, wieviel 70 Kilometer ausmachen können. Die Aufnahme in die – nennen wir es Jugendherberge – gestaltete sich als sehr bürokratisch. Der Receptionistin war kein Lächeln abzuringen. Freundlicher war ihre (wahrscheinlich) Enkelin, welche zu unserer Erleichterug auch englisch konnte. Unsere Namen wurden von Hand in ein dickes Lederbuch eingetragen und im Hintergrund ratterte eine Schreibmaschine! Nun merkten wir, dass hier nicht mit Euros bezahlt werden kann. So hob Flo auf einen Streich ganze 4000 SK ab.

Unsere Zelle befindet sich in einem Irrgarten aus Gängen, Zimmern und Türen. Flo landete auf der verzweifelten Suche nach einem Duschraum für Frauen in verschiedenen Besenkammern und nicht gebrauchten Küchen.

Wir nehmen es mit Humor und geniessen den Abend in der schönen und gepflegten, ja cleanen, Hauptstadt. Dort assen wir endlich (Flo wollte schon lange) Palacinsky, d.h. Palatschinken auf österreichisch.

So, der heutige Eintrag ist ziemlich lang geworden. Zugegebenermassen zögern wir die Rückkehr ins „Irrhaus“ hinaus. Nun erwartet uns das harte Bett mit Sofabezug. Zum Glück haben wir eine Taschenlampe, denn auf dem WC funktioniert das Licht nicht. Gute Nacht.

PS: Adi hat leider das Hundertwasser Tischi nicht mehr finden können.

18.08.2008

Heute musste zuerst viel Organisatorisches erledigt werden. Rückfahrtickets, Wiener Camping und Gepäcklagerung am Bahnhof. Dann bestaunten wir die farbenfrohe und geradenlose Kunst von Hundertwasser.

Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Habsburger Hof, in der Silberkammer und im Sissi-Museum. Dabei kam uns oft das Musical Elisabeth in den Sinn.

Zum Znacht schlemmten wir ein echtes Wiener Schnitzel! Aber Achtung: Wenn man ein Schnitzel bestellt, bekommt man zwei, und eines ist doppelt so gross (und fein) wie jene aus der Schweiz.

Nun liegen wir im Zelt und freuen uns auf Morgen. Endlich wieder radeln 🙂 Anm. Adi.

17.08.2008

Weckzeit: 8 Uhr. Aufgestanden: 10 Uhr. Schloss Schönbrunn: 11.30 Uhr. Bis 18 Uhr stolzierten, spazierten und wanderten wir durch die kaiserlichen Räume, den Schlossgarten, den Irrgarten und zum Gloriette. Einfach phantastisch. Kann man das in weniger Zeit besichtigen? Wir sagen: Nein.

Die U-Bahn brachte uns anschliessend zum „kleineren“ Schloss Belvedère. Dann flanierten wir durch das nächtliche Wien, machten einen Abstecher in den Stephansdom (wo gerade ein Gottesdienst stattfand), und gingen schliesslich auf den Prater wo wir mit einer köstlichen Sachertorte unseren Zuckerspiegel torpedierten.

Vielen Dank übrigens für eure Trocken-Wünsche. Heute lächelte uns die Sonne wieder zu und die Temperatur war auch wieder angenehmer. Busserl in die Schweiz!

16.08.2008

Auch heute war das Wetter regnerisch und kalt. Deshalb beschlossen wir, nur bis nach Krems zu radeln und dann den Zug nach Wien zu nehmen. Die verpasste Strecke wollen wir irgendwann nachholen, da diese besonders schön sein soll.

Zähneklappernd besuchten wir eine Kirche in Stein und anschliessend spazierten wir durch die hübschen Gassen Krems (nochmals 3 Kirchen). Dann gaben wir uns wieder den Gaumenfreuden hin: Apfelstrudel! Mmmh…

Nach gemütlicher Zugfahrt kamen wir in Wien an. Doch wer dachte, es sei nicht weit zum Hotel hat weit gefehlt. Ganze 15 Kilometer, ohne uns zu verfahren. Wien ist echt eine Grossstadt! Zum Znacht gönnte sich Adi im Restaurant Gutenberg seinen ersten Wiener Schnitzel und Flo ass Spinatstrudel mit Schafskäse an Kräuterrahmsauce. Müde fielen wir in die weichen Daunen.