Wir starteten den Tag in Espelette und beendeten ihn unfreiwillig nicht weit davon entfernt. Aber mehr dazu später. Espelette ist bekannt für den schmackhaften Piment, eine Art Chili. Von Erwin angestiftet, schlenderten wir durch das Städtchen und kosteten von den verschiedenen daraus hergestellten Produkten. Die Pflanze ist sehr vielseitig verwendbar. Man findet Piment als Pulver, Paste und in Öl eingelegt. Oder als Zusatz in Konfitüre, Senf und Ketchup. Auch in Würsten, Schokolode und Likör. Zudem werden die baskischen Häuschen des Städtchens mit dem Chili geschmückt.
Mit vielen Mitbringsel eingedeckt fuhren wir in Richtung Camping in Mauchéon. Unterwegs liessen wir uns von Hinweisschildern verführen und machten uns auf den Weg zum „Pas de Roland“. Zusammen mit vielen Autos, die sich wagemutig die enge Strasse durch die Schlucht hinaufschlängelten, spazierten wir zum Felsdurchbruch, welcher der Sage nach von Roland auf der Flucht vor den Mauren und den Basken mit dem Schwert geschlagen wurde. Die Sehenswürdigkeit war spektakulär unspektakulär. Beinahe hätten wir sie übersehen. Da der Zugang gesperrt war, erklommen wir den Felsdurchbruch halblegal von der anderen Seite her. Danach setzten wir uns an die Nive und badeten unsere Beine in ihrem wunderbar kühlen und klaren Wasser. Welch Wonne! Die Schlucht hat uns sehr gefallen und die vielen abgeschliffenen Steine im Fluss erinnerten uns ein wenig ans Versasca-Tal.
Zurück zum Komet und weiter geht’s – doch… klick klick klick. Der Motor will nicht mehr anspringen. Alles gute Zureden, Schütteln und Stochern half nichts. Und so standen wir ziemlich ratlos in der glühenden Hitze auf einem Parkplatz, von dem wir nicht wussten, ob er privé ist – und das an einem Sonntag. Die Touris, auf die wir trafen, waren zwar rührend solidarisch, konnten aber leider auch nicht weiterhelfen. Genausowenig wie das Personal eines nahegelegenen Restaurants, welches uns umgehend zu einem Znacht einlud und auf das aktuelle Dorffest hinwies. Die Anwohner zeigten sich erfreut über die neuen Nachbarn und erwähnten zu unserer Freude, dass nicht weit von unserem Standort eine Citroën Garage zu finden sei. Beim Rekognoszierungsspaziergang trafen wir überraschend auf den Mechaniker. Während er uns erklärte, dass er sonntags nicht arbeite und am Montag auch keine Zeit habe, packte er bereits seine Utensilien, um uns zum Wohnmobil zu begleiten. Wir setzten uns alle in sein Citroën-Kistli, wobei Flo mangels Platz in den Kofferraum zu den Werkzeugen kletterte. Unser Retter war sehr gewissenhaft, kompetent und freundlich. Er ersetzte die defekte Batterie und schon brummte der Motor wieder. Fröhlich dankten wir dem Mechaniker den Einsatz mit einem Ragusa (nebst der Bezahlung selbstverständlich ????).
Da es inzwischen reichlich spät geworden war, entschieden wir uns, den lokalen Camping aufzusuchen. Netterweise nahm uns die zuvorkommende Besitzerin auch um 21 Uhr noch auf und meinte ausserdem, dass wir am kommenden Tag abreisen können, wann wir wollen. Ein Angebot, das uns sehr gelegen kam, denn: Tschüschüschüschü. Als wir den Kometen nochmals einen halben Meter verschieben wollten um ihn gerade hinzustellen, wollte er sich einfach nicht mehr bewegen.
Nun denn, wir tragen’s mit Fassung und kochen uns jetzt ein feines Znacht. Es gibt vegetarische Burger mit reichlich Beilagen. Morgen kontaktieren wir wieder unseren Mechaniker des Vertrauens. Wir danken unserem Schweizer Supportteam.
An Ubald: Äxgüsi, manchmal sind wir am Abend einfach zu müde zum Tippen.





